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Richtiges Gießen auf Erde (Gießtutorial)

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die.scheibenwelt

Möter
Moderator
#1
Edit: Es hat sich in letzter Zeit eingebürgert, beim Ausfüllen des Pflanzensteckbriefs bei der Frage nach dem Gießverhalten einfach "nach Tutorial" hinzuschreiben.
Ich empfehle dringend, das wirkliche Gießverhalten aufzuschreiben, da es sich gezeigt hat, daß nicht alle User das Tut wirklich verstanden haben und trotzdem falsch gießen. Nur so kann Usern mit Pflanzenproblemen bestmöglich geholfen werden!


Guten Tag liebe Forianer. :-)

Nachdem ich festgestellt habe, daß der zweithäufigste Fehler (nach der Überdüngung) bei der Pflanzenpflege falsches Gießen ist, schreit das nach einer Kurzanleitung, die in solchen Fällen verlinkt werden kann.
Es gibt mehrere Gießmethoden, die funktionieren und ich schildere nur eine, die sich in der Praxis bewährt hat und auch für Einsteiger einfach nachzuvollziehen ist. Diese kann ab Geburt der Keimlinge so praktiziert werden. Dabei ist zu beachten, dass frisch gekeimte Pflanzen aufgrund noch fehlender Wurzelmasse eine dementsprechend längere Zeit benötigen, das Wasser des ersten Angießens aufzubrauchen. Eine Woche bis 10 Tage sind hier keine Seltenheit.

Doch zuerst ein mal zu den möglichen Symptomen, die Pflanzen zeigen, wenn sie falsch gegossen werden. Ein sehr häufiges Schadbild ist die…

1. Überdüngung. Die Blattspitzen werden gelb oder es zeigen sich gelbliche Verfärbungen der mittleren/oberen Blätter, die von innen nach aussen zunehmen.

Ursache: Zu häufiges Gießen gießen in zu kleiner Menge.

Beispiel: 11L Topfinhalt, Gießmenge 0,5L jeden Tag, kein Drain (kein ablaufendes Wasser am Topfboden). Da jede Grow- oder Blumenerde vom Hersteller vorgedüngt ist, sammeln sich die Salze im unteren Topfbereich
an und führen zu einer Überdüngung. Das ist insbesondere für den Anfänger schwer zu erkennen, aber auch fortgeschrittene Gärtner fragen sich ab und zu, warum ihre Pflanzen Überdüngungserscheinungen zeigen,
obwohl sie noch gar nicht oder nur sehr zurückhaltend gedüngt haben.

Also, wie mache ich es richtig?
  • So viel gießen, dass bei jedem Gießvorgang ein bisschen Wasser unten aus dem Topf läuft
  • Flächendeckend gießen, sodass die ganze Oberfläche gleichmäßig mit Wasser bedeckt wird
  • Nach dem Gießvorgang den Topf anheben, um festzustellen, wie schwer er ist
  • Dann so lange warten, bis er deutlich leichter geworden ist (min. um die hälfte), und dann erst wieder gießen.

Das Leichterwerden des Topfes kann sehr unterschiedlich lange dauern und das hängt von der jeweiligen Situation der Pflanzen ab. Beispiele: Pflanzen gegen Ende der Vegi frisch umgetopft und gut angegossen brauchen bei mir 10 Tage lang kein Wasser mehr. Bei Pflanzen, die sich unter 600W mitten im Blütestretch befinden kann schon nach 48 Std. der Topf so leicht sein, daß wieder gegossen werden muss. Relevant ist allein das Topfgewicht und nicht die Zeitspanne zwischen den Gießvorgängen! Das gilt 1:1 auch für Jungpflanzen und Keimlinge. Werden Keimlinge frisch angegossen, dann kann es je nach Bedingung sein, daß diese anschließend eine Woche bis 10 Tage kein Wasser mehr brauchen. Jiffys halten erfahrungsgemäß die Feuchtigkeit nicht so lange wie Anzuchterde und sollten nach 2 - 3 Tagen kontrolliert werden.

Richtiges Gießen hilft auch bei der Schädlingsvermeidung, denn insbesondere Trauermücken lieben Erde, die ständig feucht ist. Wenn Dünger verabreicht wird, sollte der vor dem Gießen gut mit dem Gießwasser gemischt werden, damit er sich gleichmäßig im Topf verteilt. Große Düngeladungen auf trockene Erde sind dabei zu vermeiden. Das überschüssige Wasser nicht im Untersetzer stehen lassen, sondern wegschütten.


Damit kommen wir zum zweithäufigsten Symptom…labbrige, gelblich hängende Blätter, die Pflanze sieht insgesamt „krank“ aus. Das sind die typischen Folgen von…

2. Übergiessen. In einem späteren Stadium werden die Blätter braun und fleckig, die Pflanzen stellen das Wachstum komplett ein.

Ursache: Durch den ständigen „Unterwasserzustand“ fehlt der Pflanze Sauerstoff im Boden und die Wurzeln verfaulen.

Abhilfe/Vermeidung: siehe Anleitung oben.

Zu wenig Giessen kommt auch vor, ist aber indoor sehr selten, da es Grower (besonders Anfänger) immer zu gut mit ihren Pflanzen meinen…zu viel Wasser, zu viel Dünger oder beides. Gefühlte 90% aller "Mängel", für die hier im Forum
um Rat gefragt wird (Mein Lieblingstitel = "Mangel? Hilfeee, meine Babys sterben!!!"), sind darauf zurückzuführen.

Falls outdoor in Töpfen zu lange nicht gegossen wurde, sind folgende Dinge zu beachten:

Es bildet sich ein sog. "Gießrand", d.h. es entsteht am Topfrand ein Spalt zwischen Erde und Topf...je breiter der ist, desto vertrockneter ist die Erde (Schrumpfung). In diesem Fall muß das Wasser langsam und in kleinen Schlucken verabreicht werden, da es
bei schnellem Gießen einfach an der Erde vorbei unten am Topf rausläuft...dieser Drain ist dann nicht erwünscht und ihr müsst euch beim Gießen so viel Zeit nehmen, daß die Erde wieder aufquellen kann. Notfalls die Erde am Rand auffüllen.
Pflanzen die einer längeren Trockenperiode ausgesetzt waren, erholen sich davon nicht mehr und bleiben anschließend mickrig.

Ausgewilderte Pflanzen ohne Topf halten Dürreperioden gut stand, wenn sie vorher min. 2 Wochen Zeit hatten sich zu akklimatisieren. Wenn die Trockenperiode direkt nach dem Auswildern einsetzt oder zu dem Zeitpunkt schon besteht, sollte in den ersten
10 Tagen nach dem Aussetzen so viel wie möglich gegossen werden. Eine Gefahr des Übergießenes besteht hier nicht, da ein Großteil davon sowieso versickert.

Im Anhang findet ihr ein paar typische Schadbilder, die durch falsches Gießen entstanden sind.

In diesem Sinne...happy Watering! :peace:
 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:

che guano

Bätmän
Premium
#2
Richtiges Gießen beim organischen Anbau.


Die meisten Grower hier im Forum gießen nach dem Gießtutorial
An dieser Methode ist auch nichts einzuwenden und gerade für Grow-Newbies eine Variante des Gießens die sich bewährt hat.
Doch kann es bei dieser Methode dazu kommen, das Nährstoffe und Mikroorganismen aus der Erde gewaschen werden.
Hier verhält sich das organische Medium im Gegensatz zum sterilen mineralischen, anders.
Beim mineralischen Medium können sich beim gießen ohne Drainage, schnell Salze im unteren Teil der Wurzeln ansammel und somit die Wurzeln verbrennen.
Dies ist aber beim organischen Medium nicht der Fall.
Bei den organischen Düngern sind die düngenden Elemente meist in kohlenstoffhaltigen Verbindungen gebunden.
Diese wirken langanhaltender und können zwar schwerer ausgewaschen werden als mineralische Salze, aber trotzdem passiert eine Auswaschung des Substrats, wenn man mit Drainage gießt.
Vor allem bei Erden die mit Feststoff-Dünger gedüngt wurden ist das Gießen mit Drainage nicht zu empfehlen.

Deshalb gäbe es 3 Varianten des Gießens, die sich beim organischen Anbau bewährt haben.(zumin. bei Mir ;-))


Variante 1.

Diese Methode ist nur für erfahrene Grower zu empfehlen, da Sie etwas Feingefühl erfordert.

Das Gießen ganz ohne Drainage.

Hierbei ist es zum Einen wichtig mit dem Topfvolumen in dem seine Pflanzen stehen, etwas Erfahrung zu haben und zum Anderen, dass man wirklich langsam und Schrittweise gießt.
Am besten funktioniert es bei mir so:
Zuerst gieße ich langsam etwa einen viertel Liter Wasser.
Je nach dem wie trocken die Erde ist auch auf zwei mal.
Danach warte ich ca. 10 Minuten, bis sich die Erde gut vollgesaugt hat.
Dann gieße ich etwa die hälfte der Nährlösung und warte wieder 5 Minuten.
Und dann den Rest.
Bei Airpots oder Rootpouches kann es auch sein, dass mann die NL mit mehren Durchläufen gießen muss.
Hat man es nun richtig gemacht bzw. die richtige Menge gegossen, dann ist nun das Medium bis zum Topfboden gleichmäßig nass, ohne das Drainage aus dem Topf gelaufen ist.


Variante 2.

Diese Methode ist etwas einfacher und empfiehlt sich daher auch für Anfänger.

Im Grunde unterscheidet sich die Durchführung nicht großartig von Variante 1.
Nur das hier auch Drainage aus dem Topf läuft.
Also ist hier nicht so viel Erfahrung von Nöten.
Wichtig ist hier nur dass nicht mehr als etwa 5-10% der Nährlösung als Drain anfällt.
Diesen lässt man dann ganz einfach von der Pflanze bzw. dem Medium aufsaugen.
Nach etwa 10-15 Minuten sollte keine Drainage mehr im Untersetzer sein.
Steht dort trotzdem noch Wasser (NL) dann weg damit und beim nächsten Mal einfach etwas weniger gießen.

Variante 3.

Das Gießen bzw. Bewässern von unten.

Hierbei ist das Equipment dazu denkbar einfach.
Man benötigt nur einen oder mehrere große Untersetzter.
Diese sollten in etwa 5 cm hoch und etwas größer als der Topf sein.
Hat man Diese, kann man eigentlich schon mit der Bewässerung beginnen.

Ich habe das Ganze soweit getestet und gehe wie folgt vor:

Sagen wir mal ich habe gerade frisch umgetopft und die Erde ist halbwegs trocken.
Bevor ich nun von unten bewässere, gieße ich die Pflanze ganz normal, bis die Erde etwa die hälfte der NL aufgenommen hat.
Danach stelle ich die Pflanze auf den Untersetzter und mache diesen mit der restlichen NL voll.
Hierbei kann man sich nach Zahlen richten oder einfach nach Gefühl.
Die Pflanze nimmt sich bzw. die Erde saugt dann den Rest einfach auf.
Bleibt nun etwas im Untersetzter kann man es einfach drin lassen.

So wie geht es nun weiter?

Man kann es jetzt so machen, dass man einfach nach Bedarf der Pflanze, den Untersetzter voll macht.
Dabei kann man sich an der Erdoberfläche orientieren.
Sind die ersten 5 cm trocken, dann nachfüllen. (spätestens)

Oder:

Man spendiert den Pötten eine ordentliche Drainageschicht (die im Allgemeinen von Vorteil wäre)
und hält immer einen gewissen Wasserpegel im Untersetzter.
Dann würde das Ganze nach dem Vorbild der AutoPots funktionieren.

Vorteil bei dieser Methode ist, dass die Pflanzen perfekt bewässert werden.
Zusätzlich funktioniert der organische Anbau einfach besser, wenn die Erde immer feucht ist.

Grüße vom Guanomann
 
Zuletzt bearbeitet:
OP
die.scheibenwelt

die.scheibenwelt

Möter
Moderator
Themastarter #3
Ergänzung von @Schwarzer Daumen (für diejenigen, die es besonders gut machen wollen):

Ein wichtiger Punkt fehlt meiner Ansicht nach noch:

Bevor ich anfange zu gießen, befeuchte ich die Erde zuerst mittels Sprühflasche. Dann bilden sich auch nicht die typischen Trichter rund um den Stamm.
Einmal die komplette Oberfläche besprühen, dann weiter zur nächsten Pflanze. Wenn alle durch sind, wieder von vorn. Versprühe etwa 100-200ml pro Pflanze auf diese Weise.
Danach mach ich weiter wie che guano, nur dass ich mehr Pausen einlege.

Ich hatte zuerst so ne Sprühflasche bei der man für jeden Stoß einmal kräftig drücken musste. Das war sehr mühseelig. Jetzt hab ich so nen Drucksprüher, bei dem man oben 10-20x den Pin runter drückt und dann nur den Knopf gedrückt halten muss.
Möchte das Ding nicht mehr missen. Hat 10€ oder so gekostet. Eine lohnende Investition. Auch sehr gut geeignet um Jungpflanzen in Anzuchttöpfen zu gießen. Da geh ich gar nicht erst mit der Gießkanne ran.
 
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